Der Pharisäer

Pharisäerhof, Ursprung des „Pharisäers"

Der PharisäerEntstanden ist der Pharisäer der Überlieferung nach auf dem Pharisäerhof auf der nordfriesischen Insel Nordstrand, und zwar im 19. Jahrhundert. Zu jener Zeit amtierte dort der besonders asketische Pastor Georg Bleyer. Bei den Friesen war es Brauch, in seiner Gegenwart keinen Alkohol zu trinken. Bei der Taufe des sechsten oder siebenten Kindes des Bauern Peter Johannsen bedienten sie sich einer List und bereiteten das oben beschriebene Mischgetränk zu. Die Sahnehaube verhinderte dabei, dass der Rum im heißen Kaffee verdunstete und es nach Alkohol roch. Selbstverständlich bekam der Pastor stets einen „normalen" Kaffee mit Sahne.


Ob er aufgrund der immer heiterer werdenden Stimmung misstrauisch wurde oder aber versehentlich zum Pharisäer griff, ist nicht bekannt. Berühmt aber ist sein spontaner Vergleich mit Scheinheiligen früherer Zeiten: „Oh, ihr Pharisäer!" Und damit hatte das Nationalgetränk der Nordfriesen nicht nur seine Geschichte, sondern auch seinen Namen.


Die Zubereitung

Man nimmt starken Kaffee, süßt ihn mit Würfelzucker, gibt 4 cl braunen Rum dazu (Jamaika oder Jamaika-Verschnitt 54 %) und danach Schlagsahne drüber. Der Pharisäer wird nicht gerührt, sondern durch die Sahne getrunken; wer sich nicht an diese Tradition hält und das Getränk dennoch umrührt, muss anschließend eine Lokalrunde spendieren.

Serviert wird in einem besonderen Pharisäer-Gedeck, einer hohen becherartigen Tasse mit Untertasse. Der Brauch will es, dass jemand, der acht Portionen schafft, das Gedeck behalten kann. Der Gastwirt kann dem natürlich durch rechtzeitige Erhöhung der Rumdosierung vorbeugen.

1981 gab es ein Gerichtsurteil, nach dem 2 cl Rum nicht ausreichend seien für einen Pharisäer.